Montag, 16. Februar 2026

Threesome

MINISTERIUM FÜR STAATSSICHERHEIT
HAUPTVERWALTUNG A (HVA) / ABTEILUNG 7
HAUPTSITZ: DIENSTKOMPLEX NORMANNENSTRASSE, LICHTENBERG, OST-BERLIN
AKTENZEICHEN: BPfAG-HVA-Blog-1993-heute-026-SUB
KOPIE NR.: 01/70

 

Ministry - The Mind Is A Terrible Thing To Taste (1989)

Klar, "Psalm 69" und "Filth Pig" sind eindeutig die besseren Alben und die wahren Klassiker, aber "The Mind Is A Terrible Thing To Taste" ist mein persönlicher Stimulus für meinen Schritt. Was für tolle Burner doch 'Thieves' oder 'Burning Inside' alleine schon sind. Hardcore-Punk-Elektro-Polka mit kaputten Gitarren, scheppernden Beats, nervenzehrendem Sampling und einem übellaunigen Miesepeter namens Al Jourgensen am Megafon. Oft vergessen: Paul Barker, Jourgensens perfekter Partner, ohne den Ministry nicht funktionieren würde. Und für die Aggro-Hymne 'So What' muss man dieser Legende halt auch auf ewig dankbar sein. 

King Crimson - Red (1974)

Es ist das sagenhafte Drumming von Bill Bruford, wie etwa in 'One More Red Nightmare', der alles verschlingende Wetton-Bass und natürlich das abartig eigensinnige Gitarrenschauspiel von Bandkopf und Visionär Robert Fripp. "Lizard" ist größenwahnsinniger, "In the Court of the Crimson King" revolutionärer und "Larks' Tongues in Aspic" komplexer – aber keines der genannten Alben hat ein 'Starless', ein 12 Minuten langes Juwel der Rockgeschichte von ungreifbarer Schönheit. Aber auch so gehören King Crimson und Robert Fripp zu den wichtigsten Erscheinungen und Hauptreaktoren der Rockgeschichte.  

Einstürzende Neubauten - Haus Der Lüge  (1989)

Musikalische Hochspannung in einem elektrisierenden Gerüst aus Industrial-Lärmeskapaden und Harmonie und Struktur. Obergeniales musikalisches und textliches Hirnlego aus Deutschland und für viele das Übergangsalbum vom krachenden Noise zu den eher ruhigeren Folgealben. Die musikalische Balance aus Vergangenheit und Zukunft ist auf keinem Neubauten-Werk so deutlich wie hier. Und was gibt es Schöneres, als diabolisch zu 'Feurio!' das Tanzbein zu schwingen oder Blixa Bargeld zuzuhören? 

Gelesen und einverstanden,
Dresden, den 16.02.2026

Handzeichen: Oberprüfer J.
EINGEGANGEN
12. FEB. 2026
ARCHIV-VERWALTUNG

Donnerstag, 12. Februar 2026

Threesome

MINISTERIUM FÜR STAATSSICHERHEIT
HAUPTVERWALTUNG A (HVA) / ABTEILUNG 7
HAUPTSITZ: DIENSTKOMPLEX NORMANNENSTRASSE, LICHTENBERG, OST-BERLIN
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KOPIE NR.: 01/70

 

 Alice In Chains - Dirt (1992)

"Dirt" ist wie eine tödliche Droge: süchtig machend und herunterziehend. Ein in sich makelloses und stimmiges düsteres Meisterwerk, das bis heute in seiner ureigenen Art einzigartig ist. Panzerschwere Rocksongs, schmerzende Lyrik und eine grandios zusammen spielende Band. Der authentische und tragische Seelenstriptease von Sänger Layne Staley ist nicht nur angenehm unangenehm, sondern auch eine faszinierende Besonderheit auf diesem Werk. Ein Album, was sich in den Kopf festbrennt. Eigentlich auch das beste Rockalbum der 90er (von so vielen). 

Prong - Ruining Lives (2014)

Heavy, modern, stimmig, groovy, ein unendlicher Fluss an Melodien, Tanzbein-Harmonien und die irren Tafelwerk-Gitarrenriffs von Tommy Victor. Eigentlich ist das ganze Werk ein komplettes Hitalbum, und eine moderne Produktion hat genau so zu klingen: ein brodelnder 5-Sterne-Eintopf aus Knallersongs und für mich ganz eindeutig eines der besten Alben aus dem Heavy-Bereich 2014.  

Mastodon - Once More ’Round the Sun (2014)

Was wurde überall über dieses Album gemeckert und gleichzeitig Lobeshymnen darauf gesungen? Ausverkauf, Massentauglichkeit, Mainstreamankunft und Stadion-Rock-Refrains schrie man der Band entgegen. Ja, Mastodon haben einige Zauberhits auf dem Album, die Songs sind eingängiger und die Melodien großartig(er). Neben den tollen unterschiedlichen Gesangseinlagen und der Oberschicht-Produktion sind aber nach wie vor die typischen Mastodon-Trademarks wie das knallige Drumming und die herrschenden Riffs vorhanden; nur alles in einer gemäßigten und weiterentwickelten Form. Viel zu viel abgestandene Scheuklappen-Fan-Luft um ein formidables Album einer der interessantesten und innovativsten Bands der ("neuen") Heavy Metal-Musik. 

Gelesen und einverstanden,
Dresden, den 12.02.2026

Handzeichen: Oberprüfer J.
EINGEGANGEN
12. FEB. 2026
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Mittwoch, 4. Februar 2026

Van der Graaf Generator - Pawn Hearts

MINISTERIUM FÜR STAATSSICHERHEIT
HAUPTVERWALTUNG A (HVA) / ABTEILUNG 7
HAUPTSITZ: DIENSTKOMPLEX NORMANNENSTRASSE, LICHTENBERG, OST-BERLIN
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KOPIE NR.: 01/70
ms. Bitte dem Genossen Abteilungsleiter zur Kenntnisnahme vorlegen!
AKTE GESCHLOSSEN

Das Prog Rock-Album des Jahres 1971 lieferten ohne Zweifel Van der Graaf Generator. Noch radikaler als auf dem Vorgänger gehen VdGG zu Werke und zeigen, wie sich düsterer Progressive Rock zur Vollendung treiben lässt. Peter Hammill singt erneut mit existenzieller Verausgabung, während David Jackson sein Saxophon in unverwechselbarer Manier an die Grenze treibt. Free-Jazz-artige Saxophonausbrüche, sakrale Orgelklänge und lyrische Eindringlichkeit, zusammengehalten von einer makellosen Rhythmusabteilung. Ob 'Lemmings (Including Cog)', das überragende 'Man-Erg' mit Robert Fripp als Gastmusiker, oder die gigantische Suite 'A Plague of Lighthouse-Keepers', die allein dreiundzwanzig Minuten beansprucht: Stets begegnet man atemberaubender Musik von höllischer Intensität, die unmittelbar unter die Haut geht. Nach diesem vierten Album lösten sich VdGG auf, um erst 1975 wieder auf der Bildfläche zu erscheinen, im Gepäck ein überaus starkes Werk, dem jedoch die Verrücktheit der früheren Meisterwerke fehlte. "Pawn Hearts" gehört zu den herausragenden Platten der Prog Rock-Epoche der Siebzigerjahre und steht selbstverständlich neben Klassikern wie "Foxtrot", "Close to the Edge" oder "Red".

Gelesen und einverstanden,
Dresden, den 04.02.2026

Handzeichen: Oberprüfer J.
EINGEGANGEN
04. JAN. 2026
ARCHIV-VERWALTUNG